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Wie findet man einen guten Züchter?

 

Wie findet man einen guten Züchter?

Seit es das Internet gibt, haben angehende Hundebesitzer schier unbegrenzt neue Quellen, wenn sie nach einem Welpen oder einem ausgewachsenen Hund suchen. Zusätzlich zu den Webseiten über Verhalten, Haltung und Pflege sowie zur Bestimmung der geeigneten Rasse gibt es auch Seiten von Rassehundevereinen, welche unglaubliche Informationsquellen bei der Suche nach einem Rassehund sind. Außerdem finden wir auch viele private Züchter und andere Organisationen durch deren Webseiten.
 
Die Welpen- und Züchtersuche im Internet kann aber eine verzwickte Sache sein. Man ist Informationen ausgesetzt, die verschiedenste Leute für den öffentlichen Gebrauch zu- sammengestellt haben.

Genau das ist der Grund, warum es wichtig ist die Unterschiede zwischen dem ethisch verantwortungsbe- wussten (seriösen) Züchter und dem ohne Verantwortungs- bewusstsein (unseriösen Züchter) deutlich und bewusst zu machen. Diese Unterschiede zeigen sich häufig in der Art und Weise des Aufbaus besagter Seiten.

Es gibt zwei typische Arten von Webseiten von Züchtern reinrassiger Hunde. Einerseits die, die ein Schaufenster für ihren Zwinger, ihre Hunde und ihre Fähigkeiten reprä- sentieren - aber auch die, die lediglich dazu da sind Welpen zu verkaufen. Erstere gehören den verantwortungsbe- wussten Züchtern, letztere den veranwortungslosen Züchtern.

Warum erstellen seriöse Züchter Webseiten?

Seriöse Züchter sind solche, die ihre Hunde auf genetisch bedingte Krankheiten untersuchen und die Qualität ihrer Hunde durch Ausstellung und / oder Arbeitszertifikate nachweisen. Sie erstellen ihre Homepages um ihr Wissen mit anderen zu teilen.

Ich erstellte diese Seite um meine Hunde zu präsentieren. Ich wollte Fotos und Pedigrees meiner Hunde und meine Erfahrungen, mein Wissen zur Schau stellen, sowohl für andere Züchter als auch für den an der Rasse Interes- sierten.  

Warum erstellen verantwortungslose Züchter Webseiten?
 
Sie züchten des Geldes wegen. Ihr primäres Interesse ist es nicht Informationen über ihre Hunde und der Rasse zur Verfügung zu stellen, sondern Welpen verkaufen. Für sie ist eine Webseite nur eine weitere Möglichkeit einen Wurf zu bewerben - ähnlich einer Zeitungsanzeige.

Wo und wie häufig werden Welpen/Würfe erwähnt?

Sollte sich die Seite gar auf Welpen spezialisiert haben oder werden die Welpen und Würfe in den ersten Textpassagen ungewöhnlich häufig zum Mittelpunkt, hat man es mit einem verantwortungslosen Züchter zu tun. Sicher erwähnt auch der seriöse Züchter seine Welpen, aber sie werden niemals das zentrale Thema sein.

Andere Dinge, die zu beachten wären

Details zu einzelnen Hunden auf einer Züchterseite können ebenso aussagekräftige Informationen beinhalten. Wenn man diese liest, sollte man genau auf Dinge wie Alter und Anzahl der Zuchtakte achten. Sollte z.B. eine Hündin 2,5 Jahre alt sein und bereits zwei Würfe haben, ist anzunehmen, dass der erste Wurf zu früh stattgefunden hat. Moralische Züchter werden nicht mit einem Hund vor dem Alter von 18 Monaten züchten, da vorher die Hüften nicht adäquat beurteilt werden können und der Hund im Schnitt noch nicht die erforderliche körperliche Reife erreicht hat.

Man sollte auch auf das Verhältnis von Rüden zu Hündinnen im Zwinger achten und wie viele Würfe diese Rüden gemacht haben. Oftmals haben unmoralische Züchter ein bis drei Rüden und dazu einen ganzen Harem von Hündinnen, so dass jeder Rüde problemlos mehrere Hündinnen belegen kann. Häufig ist ein Rüde der Vater mehrerer erwarteter oder schon liegender Würfe. Das ist ein Zeichen, dass der Züchter nicht darauf achtet, dass der Rüde genetisch zur Hündin passt, sondern nur daran interessiert ist, wie viele produziert und verkauft werden können.

Was machen die eigentlich mit den Hunden?

Zeigt der Züchter seine Hunde auf Shows und im Sport? Gibt es Showfotos von Erfolgen? Falls nicht, gibt es Fotos von Hunden im Gespann, vielleicht sogar auf Rennen?
Haben diese Aktivitäten einen hohen Stellenwert auf der Seite? Falls nicht, was ist der Schwerpunkt der Seite? Moralische Züchter sind ausnahmslos in verschiedenen Aktivitäten involviert um zu beweisen, dass es ihre Hunde wert sind in die Zucht zu kommen. Sind der Schwerpunkt die Welpen, ist man dort falsch!

Werden Untersuchungen auf Erbkrankheiten erwähnt?

Für gewöhnlich lassen verantwortungslose Züchter keine Untersuchungen an ihren Hunden durchführen. Entweder weil ihnen das Wissen fehlt, das Geld zu schade ist - oder es ihnen einfach
egal ist. Der seriöse Züchter erwähnt HD- und Augenuntersuchungen und deren Resultate. Macht er Ausflüchte, warum er dieses nicht so handhabt - dann sind es eben Ausflüchte!

Zeigen sie Ahnentafeln (Pedigrees) und wie sehen diese aus?

Seriöse Züchter zeigen die Pedigrees ihrer Hunde in einer Weise, dass andere Züchter den Hintergrund der Hunde sehen können. Ein Hinweis auf Wissen und Interesse über die Abstammung der betreffenden Hunde. Im Gegensatz dazu hat der "Züchter" der keine Pedigrees zeigt entweder nicht das Wissen oder er erachtet sie als unwichtig.
Falls Ahnentafeln vorhanden sind: haben die Hunde Titel? Das heißt zumindest, dass der Züchter in irgendeiner Weise aktiv ist und sich mit den Hunden beschäftigt.
Man achte weiterhin auf fortlaufenden Namensgebrauch durch die gesamte Ahnentafel. Tauchen die gleichen Zwingernamen wiederholt auf? Das ist ein Beweis für ein Zuchtprogramm. Enthält die Ahnentafel weder Hunde mit Titel noch Zwingernamen, basiert diese mehr als wahr- scheinlich auf unseriöse Zuchten oder Vermehrungsanstalten - was
auch bedeutet, dass die "Züchter" keine Vorstellung davon haben, welche Erbkrankheiten in den Vorfahren der Hunden existieren.
Es ist wichtig aufmerksam zu sein bei Züchtern die behaupten ihre Hunde kämen aus Champion- oder Siegerlinien ("Weltsiegerzwinger" und andere schönklingende Worte). Fragen Sie nach, von welchen Veranstaltungen die Titel resultieren. War es eine Veranstaltung mit einem oder zwei Teilnehmern vom Dissidenzverein oder eine internationale Hundeausstellung des VDH oder der FCI mit aussagefähiger Konkurrenz?
Prüfen Sie die Ahnentafel - sollten die "Champions" erst ab der 4. Generation aufwärts auftreten, haben Sie es mit jemanden zu tun, der daraus Kapital schlagen möchte, dass seine Hunde (eventuell!!!!) auf die Arbeit verantwortungsbewusster Züchter zurückgehen. Niemand weiß, welche Gesundheits- und Charakterprobleme seitdem in die "Zucht" gebracht wurden.

Warum sollte man überhaupt aufpassen?

Sie denken vielleicht "Was macht das alles für einen Unterschied? Was geht mich das an, wenn ich nur ein Haustier suche?" Ich hoffe, Sie haben nun ein Gefühl dafür, was den verantwortungsbewussten vom verantwortungslosen Züchter unterscheidet.
Im Wesentlichen ist es die Hingabe an die Rasse, nicht die Hingabe an die Welpenproduktion. Hingabe an die Rasse resultiert aus dem Wunsch nach Wissen und induziert diesen auch im Umkehrschluss, und Wissen ist der beste Ratgeber bei der Suche nach einem Welpen.Das Wissen eines guten Züchters wird sicherstellen, dass ein Welpe gut sozialisiert und gesund durchs Leben geht. Es stellt auch sicher, wann immer Fragen auftauchen bezüglich Training, Verhalten oder der Rasse allgemein, wo man die Antworten bekommt – ein Hundeleben lang. Es bedeutet aber auch,
dass der Hund ein Leben lang eine Heimat hat, in die er aus welchen Gründen auch immer zurückkehren kann.
Ein Welpe ist eine große Verpflichtung – warum sollte man also nicht die gleiche Verpflichtung von der Person erwarten, die ihn gezüchtet hat?

Schlussgedanken

Das Internet ist grossartig, denn es ermöglicht schier unendlichen Zugang zu Informationen aller Art. Es erlaubt Menschen zu erfahren, was andere Menschen über fast jedesThema zu sagen haben. Das bedeutet aber auch, dass verantwortungslose Züchter, die sich durch ihre Seiten darstellen oder bewerben, uneingeschränkten Zugang zu Informationen seriöser Züchter haben, was – gepaart mit dem allgemeinen wachsenden Wissens über moralische Zuchtpraktiken – dazu führt, dass diese Leute das Gefühl haben, mit den Zielen verantwortungsbewusster Züchter
konkurrieren zu müssen. Sie müssen eine scheinbare Seriosität vermitteln.
Daher wird man des Öfteren bemerken, dass sich gerade verantwortungslose Züchter und Vermehrer den Status des professionellen Züchters geben. Das sind ironischerweise, gerade die Züchter, die man meiden sollte. Moralische Züchter sind niemals ‚professionell’ - wenn man genug Geld verdient durch das Verkaufen von Welpen um seinen Beruf zu verlassen, dann macht man etwas Falsches. Ich erzähle Leuten häufig, dass das Ausstellen, der Sport mit den Hunden und das Züchten wie ein schwarzes Loch ist, in welchem
mein Geld verschwindet. Es ist eine Passion, ein Hobby, ein Lebensstil…aber niemals das Geld, welches uns antreibt.
Vorsicht auch vor Seiten, wo man behauptet, dass die Zuchthunde "geliebte Haustiere" seien und die Welpen mit Familienanschluss aufgezogen seien, als ob dies den Verkauf
fördernde herausragende Punkte seien. Solche Dinge sind für den seriösen Züchter selbstverständlich und sollten nicht extra erwähnt werden müssen. Für den
verantwortungsbewussten Züchter sind seine Hunde mehr als nur Haustiere, sie sind Showhunde, Schlittenhunde und
Begleiter. Sie sind mehr als nur dazu da, im Haus herumzusitzen und pro Jahr einen Wurf zu produzieren, sie sind der Mittelpunkt unseres Lebens.

Autor: Jessica Breinholt